Der Magic Stove ermöglicht es, Löyly bei unterschiedlichen Temperaturen zu vergleichen. Ich habe verschiedene Arten von Löyly während eines Saunabades ausprobiert, wobei ich die Temperatur von 50 auf 140°C steigen ließ. Zu meiner Überraschung war Löyly selbst bei 140°C möglich. Ich kann mich aber auch an einen Löyly-Wettkampf in meiner Jugend erinnern, wo ich meine Rückenhaut verbrannt habe. Die Temperatur war dort wesentlich geringer, aber ich belegte nur den zweiten Platz!

Klicken Sie zur Bildbetrachtung... Der ganze Heizeffekt des Löylys hängt von der Temperatur und der Feuchtigkeit der Luft ab. Wenn eine Temperatur von 100 Grad Celsius (°C) herrscht, und die Luft trocken ist, dann kann man es gut in der Sauna aushalten. Aber die Sauna kann für unsere Haut zur Hölle werden, wenn die Lufttemperatur nur 50°C beträgt, jedoch sehr viel Wasser auf den Steinen verdampft!

Der Heizeffekt der Sauna kann natürlich auch variieren. Es gibt Unterschiede zwischen einer 50°C trockenen Sauna und einer Hitze von purem Wasserdampf! Hat die Sauna einen guten Ofen, dann ist eine große Vielfalt von Löylys möglich. In einer elektrisch geheizten Sauna gibt es eine Temperaturgrenze, die man beim Heizen der Sauna beachten muß. Dies ist außerdem nötig, um die Dampffunktion, bei geringer Anzahl Steine, nicht einzuschränken. Mit anderen Worten, man muß genauestens darauf achten, die Möglichkeiten des Löylys so hoch wie möglich zu halten.

Die Veränderung des Löylys ist am besten mit der Tatsache zu erklären, daß die Fähigkeit der Luft, Wasser aufzunehmen, mit zunehmender Temperatur steigt. Anschließend zeigt ein Diagramm die größtmöglichen Wassermengen, die die Luft bei Temperaturen zwischen 20°C und 100°C aufnehmen kann. Das heißt, gezeigt wird der Wassergehalt der Luft, wenn die relative Luftfeuchtigkeit bei diesen Temperaturen 100 Prozent (%) beträgt. In der Natur würde es regnen, wenn die Luftfeuchte 100 % übersteigt. In der Sauna legt sich das überflüssige Kondenswasser auf den Schultern des menschlichen Körpers und anderen Oberflächen, die kälter als die Luft sind, nieder.


Wasser g/cbm
412017
504030
545051
596083
6370130
6880197
7290292
76100595


Die beliebteste Saunatemperatur liegt zwischen 60°C-90°C. Hier liegt die Fähigkeit der Luft, Wasser zu binden, zwischen 130g/m³ und 421g/m³. Das bedeutet, daß man bei 90°C mehr als dreimal so viel Wasser für den Löyly nehmen kann wie bei 60°C. Dabei muß man aber die Luftfeuchtigkeit bei diesen Temperaturen berücksichtigen, wenn man die gleiche Feuchtigkeit des Löylys erreichen will. Hält man die relative Luftfeuchte konstant, dann steigt die Temperatur von 60°C auf 90°C um 75 % (90-20/60-20=70/40). Die Zunahme des Heizeffektes ist aber wesentlich höher als 75 % .

Um eine Vorstellung über die wirkliche Zunahme des Heizeffektes zu bekommen, stellen wir eine äußerst vereinfachte Kalkulation auf:
Angenommen, wir haben eine Sauna mit einer Größe von 6 m² und einer Luftmenge von 6 m³ über der Saunabank. Man benötigt 300 kJ Energie, um die 6 m³ trockene Luft von 20°C auf 60°C zu erwärmen. 540 kJ sind notwendig, um die Luft auf 90°C zu erwärmen.

Um die Wände und die Decke der Sauna zu erhitzen, benötigt man sehr viel Energie - für die Durchlüftung ebenfalls. Die meiste Energie geht verloren, weil nur ein Teil davon im Innenraum verbleibt. Ein andere Teil der Energie fließt in die Erhitzung der Luft hinter der Holzverkleidung. Weiterhin wird Energie durch den Luftaustausch in der Sauna verbraucht. Wenn man ein Saunabad nimmt, kann man nur einen Vorteil aus der Energie ziehen, die von den Wänden, von der Decke und von den Saunabänken zurückgestrahlt wird - der sogenannten Konvektionsenergie. Es ist jedoch schwer zu sagen, wie hoch der Heizeffekt dieser Energie ist. Nehmen wir an, daß er genauso groß ist wie der Heizeffekt der Luft.

Wir sollten außerdem den Heizeffekt des Löylys betrachten. Er steht in Beziehung zur Energie, die man benötigt, um Wasser verdunsten zu lassen. Weiterhin muß man die Menge des zu verdampfenden Wassers beachten. Man braucht ungefähr 2600 kJ, um 1 Liter Wasser zu erwärmen und zu verdunsten. Dann erreicht man 1700 Liter Wasserdampf.

Anschließend wird eine einfache Darstellung über den Heizeffekt des Löylys gezeigt. Die horizontale Achse bezeichnet die Temperatur und die Energie, die man benötigt, um 6 m³ trockene Luft einer Sauna zu erhitzen. Wie man in der Zeichnung sehen kann, beträgt die benötigte Energie bei 60°C 600 kJ (300 kJ für die Luft und 300 kJ für die Abstrahlung und Konvektion von den Wänden bzw. der Decke), 1080 kJ bei 90 °C und 2000 kJ bei 150°C. Man kann denken, daß 2000 kJ bei 150°C der maximale Heizeffekt bei normalem Gebrauch einer Sauna ist.



Die A-Kurve zeigt, daß 0,2 Liter Wasser nötig sind, um eine relative Luftfeuchtigkeit von 25 % in einer 60°C warmen Sauna zu erhalten. 500 kJ Energie sind notwendig, um diese 0,2 Liter Wasser zu verdampfen. Theoretisch sind dann momentan 1100 kJ Energie über den Saunabänken verteilt. Dies ist äquivalent mit über 90°C trockener Luft. Aber in Wirklichkeit ist die tatsächliche Energiemenge geringer, denn ein Teil des Dampfes beginnt bereits zu kondensieren wenn der Rest noch verdampft.

Kurve B zeigt, daß man bei 90°C mit 0,2 Liter Löyly denselben trockenen Löyly erhält, den man bei 120°C erreicht. Dabei entspricht die Luftfeuchte bei 120°C nur 8%. Die C-Kurve stellt dar, daß es bei 90°C nicht möglich ist, die relative Luftfeuchte bei 25% zu halten. Der Grund dafür ist der totale Heizeffekt, der dem Heizeffekt entspricht, der bei mehr als 180°C trockenem Löyly herrscht. Bei 90°C muß man mehr als 0,6 Liter Löyly aufgießen, um eine relative Luftfeuchte von 25 % zu erhalten.

All diese Überlegungen zeigen folgende Idee: Wenn die Temperatur in der Sauna nur genügend gering ist, dann ist es möglich, die Luftfeuchte und den Heizeffekt zu regulieren. Übereinstimmend zu meinen Erfahrungen, legt man bei dieser Kalkulation zu viel Gewicht auf die Wirkung des Löylys. Aber in einer Sauna gibt es mehr Bedingungen, die man berücksichtigen muß. Diese sind zum Beispiel die ununterbrochene Hitzeabstrahlungen von den Wänden und der Decke. Aber schon ein kleines bißchen Löyly verändert alles schlagartig. Der reale Heizeffekt des Löylys ist geringer als die soeben berechnete Menge, aber die Kalkulation stellt eine Idee dar!

In dem folgenden Diagramm kann man den Heizeffekt eines traditionellen, finnischen Löylys sehen: Zu Beginn ist die Temperatur sehr gering, 60-80°C. Die Kurve zeigt den Aufguß von Löyly. Der Heizeffekt kann auf dem gewünschten Level gehalten werden, wenn man immer nur geringe Mengen von Löyly aufgießt. So kann man einen individuell angepaßten Löyly und Heizeffekt erhalten, der ohne Löyly nicht möglich ist. Ohne Löyly ist das Saunabaden langweilig und niemand kann mit der konstanten Hitze glücklich sein! Die Hitze kann entweder zu heiß, zu kalt oder eben gerade richtig sein!



Ich sprach schon darüber, daß ich Löyly bei 140°C ausprobierte. Dies war durch den Löyly-Koeffizienten möglich, der nicht so hoch ansteigt wie die Temperatur. Wenn ich bei steigender Temperatur Löyly aufgoß, mal mehr und mal weniger, dann stieg der Löyly-Koeffizient nicht parallel zur Temperatur. Man sollte betonen, daß die relative Luftfeuchte von 30% auf nur 4% fiel (angenommen, die Luftfeuchtigkeit betrug 30 % bei 50°C). Das bedeutet, daß man bei beginnendem, sehr feuchten Löyly das Saunabaden in einem sehr trockenen Löyly beendet.

Wir wären sehr erfreut und wissen Ihre Anstrengungen zu schätzen, wenn sie uns bessere Methoden zur Kalkulation und Erklärung vom Löyly mitteilen könnten. Bitte senden Sie uns Ihre Vorschläge oder Anregungen, die auch nur irgendetwas mit der Sauna zu tun haben per e-mail. Wir sind natürlich an der wichtigen Frage des Löylys besonders interessiert! Wenn Sie es wünschen, dann veröffentlichen wir Ihre Meinung auf unseren Diskussionsseiten. Außerdem freuen wir uns über jeden Gedanken, der uns erreicht, wenn er im Löyly oder im Geiste des Löylys geboren wurde!
Wenn Sie Fragen zur Sauna und zum Löyly haben - bitte fragen Sie! Wir werden Ihre Fragen und unsere Antworten auf den Frage-und-Antwortseiten veröffentlichen!

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