DIE STEINE

Die Auswahl der Steine hängt von der Benutzung des Ofens ab. Für einen mit Holz beheizten Ofen müssen die Steine genommen werden, die die Hitze selbst nach Erlöschen des Feuers noch speichern. Deshalb ist es dort die beste Lösung, Steine mit einer hohen Energie-Speicherkapazität zu benutzen.

Bei elektrischen Öfen und Saunaöfen ist die Speicherkapazität von geringer Bedeutung, da die Heizelemente die ganze Zeit angeschaltet sein können. Sollte ein Ofen zu klein sein, sind die Steine mit hoher Speicherkapazität ratsam. Somit kann zusätzliche Energie für den Löyly bereitgestellt werden. Sollte der optimale Ofen in der Sauna stehen, kann man Steine nehmen, die sich schnell erwärmen lassen und Energie sparen. Die neuentwickelten Keramiksteine sind fast um ein Drittel schneller erwärmbar und zudem auch leichter als die traditionellen Steine.

Theoretisch wären hohle Steine ausreichend für die Sauna. Hohle Steine geben ihre gesamte Energie ab und enthalten keine Wärme mehr, wenn das Saunabad vorüber ist. Steine mit einem hohen Energiespeicher und alle besonders großen Steine beinhalten jedoch noch nach einem Saunabad eine Menge Energie. Soweit keine Notwendigkeit besteht, die Wärme und den Löyly für die nächsten Saunabesucher zu speichern, müssen auch keine Steine mit hoher Speicherkapazität benutzt werden.

In oft besuchten Saunas, wie zum Beispiel in öffentlichern Bädern oder Schwimmhallen, ist die Lebensdauer der Steine von hoher Bedeutung. Steine aus einem Stollen oder einem Bergwerk halten sich 2 - 3 Monate, wobei sich die Keramiksteine ca. 1 Jahr benutzen lassen. Weiterhin sind Keramiksteine sauberer, weil sie nicht bei der Benutzung zerbröckeln. Normale Steine brechen nach einer bestimmten Zeit. Die höheren Kosten der Keramiksteine rentieren sich deshalb, weil die Lebensdauer und die Energieeinsparung wesentlich höher sind. Die traditionellen Steine verbrauchen viel Energie und müssen oft erneuert werden. Die Energieeinsparung ist mit einer 10 - 15 minütigen Erwärmung für jedes Saunabad gleichzusetzen.

Die Erhaltung der Steine geht einher mit der Erhaltung der Saunaqualität. Die zerbröckelten Steine können nämlich die Luftströmung durch den Saunaofen verhindern. Können die Heizelemente nicht entsprechend abgekühlt werden, so nimmt ihre Lebensdauer ebenfalls beträchtlich ab. Es heißt, wenn die Steine ausgewechselt werden, muß man bald auch die Heizelemente austauschen. Das ist natürlich wesentlich kosten- und arbeitsintensiver!

Die Steine sollten von Zeit zu Zeit kontrolliert werden. Die oben liegenden Steine sehen oft besser aus als die darunter liegenden Steine. Die direkt auf den Heizelementen liegenden Steine sind der extremsten Belastung ausgesetzt, weil hier die Wärme am stärksten abgegeben wird. Hier wirkt auch das Löylywasser. Die heftigen Temperaturwechsel kommen durch das ständige Abkühlen und Aufheizen zustande. Es erfolgen thermische Ausbreitungen und Zusammenziehungen. Dieser Temperaturwechsel bewirkt nur kleine Risse im Stein, die jedoch mit der Zeit zum Auseinanderbrechen führen. Die dann zerkleinerten Steine fallen zwischen den größeren Steinen hindurch und verhindern somit die Lüftung zwischen den Steinen. Das führt zum Ausglühen der Heizelemente.

Die Lage der Steine ist nicht besonders wichtig. Jedoch sollte man berücksichtigen, daß sie beweglich gelagert sind, weil ein ständiger Wechsel zwischen thermaler Ausdehnung und Zusammenziehung des Metalls und der Steine stattfindet. Obwohl die Steingröße nicht so wichtig ist, sollte man bei der Auswahl der Steine auf die gleiche Größe achten. Das verhindert das Rutschen der kleinen Steine in die Lücken zwischen den großen Steinen, was wiederum die Luftzirkulation des Ofens beeinträchtigen kann.

Im Allgemeinen wird vorgeschlagen, die kleinen Steine oben und die großen Steine unten zu plazieren. Das ist vielleicht ein gutgemeinter Ratschlag für Öfen mit einer geringen Anzahl von Steinen. Für Saunaöfen mit mehreren Steinschichten ist es eher ungeeignet, da hier wieder die kleinen Steine in die Lücken zwischen den großen Steine fallen würden. Die Luftzirkulation wird dadurch, wie bereits vorher erwähnt, verhindert. Die Sauna wird nicht so schnell erwärmt, und die Heizelemente verbrennen schneller.

Sollten die Steine einmal gewechselt werden, ist es ratsam, sie gründlich zu waschen. Je gründlicher man sie wäscht, um so weniger Energie geht bei der Saunaerwärmung verloren. Der Löyly entwickelt ein Gemisch von Wasserdampf und Steinstaub, wenn die Steine nicht gut genug gesäubert sind. Dann steigt der Staub sozusagen mit dem Wasserdampf an die Decke und verschmutzt somit die Holzverkleidung. So etwas kann vor der Erstbenutztung der Sauna verhindert werden, indem man etwas Musselin auf die Steine gibt. Dadurch wird der auf den Steinen befindliche Staub gesammelt und eine Verunreinigung der Sauna ausgeschlossen.

© Saunasite, 1997


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